Magazin Contact #23 - Magazin - Wiesner-Hager - Concept Wiesner-Hager
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What's on your desk, Chris Müller?

Magazin Contact #23

Chris Müller ist ein wilder Hund. Zu Beginn arbeitete er als Tischler, Treppenbauer und Maschinenführer in der Getränke- und Backindustrie. Danach lebte er als Konzeptkünstler und Roadie in Berlin. Heute ist der 43-Jährige Projektentwickler, Theatermacher und künstlerischer Direktor der Tabakfabrik Linz.

„Tschicks werden hier schon lange keine mehr produziert“, sagt Müller. „Nachdem die Tabakproduktion 2009 eingestellt wurde, dient das Areal nun als Ideenfabrik für Kunst und Kreativwirtschaft. Meine Vision ist ein linziges Kreativlabor für 007, Lara Croft und Dirty Harry.“

Sein Büro liegt im sogenannten Bau 3, dem ehemaligen Logistikcenter der Austria Tabak. Wo einst Paletten voller Zigaretten gelagert und auf LKWs geladen wurden, spintisiert Müller heute über die Zukunft des Standorts. Sein eigenartiges Büro im Parterre, das er selbst als heterotopen Ort im Sinne Michel Foucaults bezeichnet, atmet noch den weiß-türkisen Chic der Achtzigerjahre. „Das passt zu mir. Mit Nena, Codo und Miami Vice konnte ich immer schon viel anfangen. Und dieses Büro erinnert mich so richtig an Don Johnson mit seinem weißen Anzug und seinen türkisen Socken.“ Müller geht zum Fenster, steigt auf den Betschemel und blickt auf die Donaulände hinaus. „Dieses Büro hat noch richtige Schulterpölster. So wie sich das g’hört!“

Wojciech Czaja zu Besuch bei Chris Müller

 

1. Der Tisch stammt aus meinem Haus im Hausruck. Das ist ein Mitbringsel aus Indien. Damit fühle ich mich im Büro immer zuhause.

2. Der weiße Zottelteppich stammt von meiner geliebten Oma Wilma. Ein schönes Andenken aus Polyester.

3. In meinem Büro werden Utopien gebaut. Diese müssen ordentlich geplant werden. Auf Planrollen.

4. Ein Planschrank voller Ideen und Gedankenschnipsel.

5. Früher durften sich Seeleute eine Schwalbe auf den Arm tätowieren lassen, sobald sie 5.000 Seemeilen hinter sich hatten. Ich habe auch eine Schwalbe auf meinem Unterarm. Ich bin schon weit gekommen in meinem Leben.

6. Ich habe eine Krähe. Oder besser: Ich habe einen Vogel.

7. In der Mappe befinden sich die Urlaubsanträge meiner Mitarbeiter, die ich noch unterschreiben muss.

8. Zu meinem Apple-Laptop habe ich keine besondere
Affinität. Aber er ist schön.

9. Das ist mein Archiv und Depot. Die Bücher sind nach Themengebieten geordnet. Ich reiße immer wieder Seiten heraus, die ich für Mood-Boards und Präsentationen benötige.

10. Der Löwenstuhl ist so hässlich und so kitschig, dass ich ihn wieder schön finde.

11. Der Betschemel stammt aus einem Theaterstück.

12. Ich brauche ihn, damit ich bei dieser enormen

13. Parapethöhe rausschauen kann.

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