Verena Waidmann & Lukas Gstöttner | Designstudio bonpart
Die Revitalisierung und die Adaptierung bestehender Gebäude gewinnen
glücklicherweise zunehmend an Bedeutung. In Anbetracht einer der größten
Herausforderungen unserer Zeit sind das sehr wichtige Maßnahmen
zur Ressourcenschonung und um die Flächenversiegelung zu reduzieren.
Zumal Österreich, verglichen mit anderen EU-Ländern, leider immer
noch einen sehr hohen Bodenverbrauch aufweist. Je nach Bauweise,
Zustand und natürlich Energieeffizienz kann eine Revitalisierung dennoch
weniger sinnvoll sein als ein ökologischer Neubau – vor allem langfristig
betrachtet. Es ist wichtig, neben dem kulturellen Wert des Baubestandes
die erreichbaren Qualitäten in puncto natürliche Belichtung, Raumklima
und Infrastruktur zu berücksichtigen. Dementsprechend muss in jedem
einzelnen Fall ökologisch und auch wirtschaftlich abgewogen werden. Lebenswerte Räume werden nicht zuletzt durch die Verwendung natürlicher
Materialien, Innenraumbegrünung und durchdachte Konzepte geschaffen.
Univ.-Prof. Arch. mag. arch. Juri Troy | juri troy architects
Ich denke, dass wir uns in Zukunft mit Sicherheit mehr auf die Umnutzung
von Bestandsbauten konzentrieren müssen. Die gängige
Vorgangsweise, erstens gleichgültig Bestandsstrukturen abzureißen, um
mit enormem Energieaufwand neu zu bauen, und zweitens Neubauten
zu errichten, die ähnlich unflexibel und wenig anpassungsfähig an
Veränderungen sind, wird sich in Zukunft nicht mehr spielen. Zumindest
wenn wir das Einhalten der Klimaziele und der damit verbundenen Ressourceneinsparungen
endlich ernst nehmen. Leider sind wir, gerade was
den Bestand der letzten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts anbelangt,
aber sehr oft mit sehr schlechter Substanz konfrontiert. Durch
die Analyse dieser gebauten Fehlentwicklungen lassen sich die besten
Rückschlüsse auf das, was tatsächlich nachhaltig ist, ableiten. Wie auch
bei allen anderen Bau-Aufgaben gilt es, künftig wieder besonderen
Wert auf eine ganzheitliche Architekturbetrachtung zu legen.