Ergonomie Cheat Sheet.

Arme und Beine sind exakt 90 Grad abgewinkelt. Die Sitzposition ist aufrecht. Jetzt bloß nicht mehr bewegen, alles ist perfekt eingestellt. Perfekt ergonomisch, oder?

Geht es um Ergonomie im Büro, findet man genaue Vorgaben und Normen. Auch wenn diese Richtlinien einen wichtigen Rahmen bilden, so wirken sie in Zeiten von New Work mitunter etwas antiquiert. Zeit also, den Staub von den Ergonomie-Handbüchern zu wischen und das Thema völlig neu zu denken. Vielseitig, bewegt, modern und dem Zeitgeist entsprechend. New Work hat in vielen Unternehmen Einzug gehalten, und damit auch ein Loslösen vom persönlichen Arbeitsplatz. Activity Based Working lautet das Gebot der Stunde. Mitarbeiter suchen sich je nach Aufgabe ein unterstützendes räumliches Ambiente.

Diese Ortswechsel bringen nicht nur Abwechslung, sondern auch Bewegung in den Alltag. Ergonomie muss daher weitergedacht werden. Nicht mehr ausschließlich der sklavische 90-Grad-Winkel am Schreibtisch ist ausschlaggebend, sondern die Integration kurzer Bewegungseinheiten, sowie ganz individuelle ergonomische Voraussetzungen für jede Raumsituation.

Ergonomie-Cheat-Sheet: Desksharing-Bereiche

Bei gemeinschaftlich genutzten Arbeitsbereichen ist die ergonomische Gestaltung eine besondere Herausforderung. Schließlich verwenden viele unterschiedliche Personen die Arbeitsplätze, was einer ständigen Anpassung des Arbeitsbereichs an deren Physis bedarf. Vieles lässt sich gut planen, wie eine ausreichend große Arbeitsfläche oder die bedarfsgerechte Beleuchtung. Die individuelle Anpassung des unmittelbaren Arbeitsbereichs obliegt jedoch jedem Nutzer selbst. Der Bürostuhl muss sich genau auf die Körpergröße des jeweiligen Mitarbeiters einstellen lassen, um ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen. Bei ständig wechselnden Nutzern kann das auf lange Sicht zu einem echten Zeitfresser werden. Außerdem werden Einstellmöglichkeiten teilweise gar nicht oder nicht richtig genutzt. Abhilfe schaffen Bürostühle mit automatischer Gewichtserkennung. Die Mechanik des Stuhls reagiert auf das Körpergewicht des Nutzers: Je mehr Gewicht auf den Sitz wirkt, desto größer wird der Widerstand auf die Federung der Rückenlehne. Somit sind keine manuellen Einstellungen mehr notwendig – mit Ausnahme der Sitzhöhe – und es entsteht ein intuitives Sitzgefühl. Um auch den Arbeitstisch schnell und einfach adaptieren zu können, empfiehlt sich ein Modell mit elektrischer Höhenverstellung.

So lässt sich der Tisch sekundenschnell mittels Knopfdrucks individuell anpassen. Zudem ist es möglich, im Stehen zu arbeiten, was die Wirbelsäule entlastet und Beschwerden des Bewegungsapparates vorbeugt. Ein unkompliziertes Plug-and-Work-Setup sorgt für ein schnelles Verbinden des eigenen Notebooks mit einem externen Bildschirm, inklusive Maus und Tastatur, was Fehlhaltungen vermeidet.

Person hat eine Videokonferenz.

Ergonomie-Cheat-Sheet: Silent Rooms und Think Tanks

Der Silent Room ist der perfekte Ort um sich für Recherchen, Videokonferenzen oder kurze Fokusarbeit zurückzuziehen. Während in Silent Rooms einfache, für Remote-Gespräche geeignete Arbeitsplätze zu finden sind, umfasst die Möblierung in Think Tanks üblicherweise bequeme Lounge- und Polstermöbel. Um auch hier möglichst ergonomische Bedingungen zu schaffen, empfiehlt sich der Einsatz von Beistelltischen, Ablage- und Notebook-Boards. Wichtig für beide Bereiche ist eine unkompliziert verfügbare Elektrifizierung für einfaches Plug and Work. Für die nötige Ruhe braucht es akustische Abschirmung in Form von abgegrenzten Räumen.

Ergonomie-Cheat-Sheet: Meeting- und Kreativräume

Egal ob kurze Abstimmung, Brainstorming oder lange Konferenz: Kommunikationsräume müssen in jedem Fall ein ergonomisches Umfeld bieten. Ein Bereich mit Stehtisch oder ein höhenverstellbarer Konferenztisch fördert Bewegung und Positionswechsel. Der Kommunikationszweck bestimmt Tischform und Anordnung: Aufstellungen in U-Form sind optimal bei Seminaren, die geschlossene Form eignet sich für Workshops und Meetings. Reihenstühle und die klassische Schul-Aufstellung sind die richtige Wahl bei Vorträgen. Hat man häufig wechselnde Besprechungssituationen, sind flexible und mobile Tische, die sich unkompliziert neu arrangieren lassen, die richtige Wahl.

Bei Raumsettings für längere Besprechungen und Konferenzen sollten die Stühle für dynamisches Sitzen ausgelegt sein. Beispiele hierfür sind drehbare Konferenzstühle oder Freischwinger. Bildschirme müssen für alle Teilnehmer gut sichtbar positioniert sein. In größeren Räumen greift man gerne auf Dual Screens oder zusätzliche Displays zurück. Die Bildschirmmitte ist dabei auf die Augenhöhe der sitzenden Personen einzustellen. Der Betrachtungsabstand sollte das 1,5- bis 2-fache der Bildschirmdiagonale betragen. Gerade bei Hybrid-Meetings, einer Kombination aus Videokonferenz und Präsenz, ist ein funktionierendes Mikrofon- und Lautsprechersystem essenziell. Die Raumkamera sollte auf einer Höhe von ca. 120 bis 140 Zentimetern – am besten unterhalb des Displays – positioniert sein, um ein Gespräch auf Augenhöhe zu ermöglichen. Zu breite und zu tiefe Tischanordnungen sind zu vermeiden. Plug-and-Meet-Technik und intuitive Bediensysteme sorgen für stressfreies und technisch einwandfreies Konferieren.

Bei der visuellen Gestaltung setzt man in Kommunikationsbereichen auf anregende und aktivierende Farben, ganz im Gegensatz zum Schreibtischarbeitsplatz, wo ruhige und gedämpfte Töne zum Einsatz kommen. Eine gesunde Alternative, besonders in kleinerer Runde, sind sogenannte Walk & Talk Meetings. Besprechungen im Gehen an der frischen Luft zu führen, fördert neben gesunder Bewegung auch innovative Ideen.

Zwei Personen die Dehnungsübungen im Büro machen.

Ergonomie-Add-on: Workout Space und Activity Garden

Wer Gesundheit und Ergonomie zusätzlich fördern möchte, kann eigene Räumlichkeiten für Bewegung und Ausgleich mitplanen. Das klassische innerbetriebliche Fitnessstudio fördert die Gesundheit, aber auch ein Eventspace lässt sich multifunktional nutzen und kann als Bereich für Sport- und Fitnessangebote dienen. Der sogenannte Activity Garden ist ein Outdoor-Konzept als Ausgleich zur Arbeit im Innenraum. Im Freien werden Flächen für Regeneration, Bewegung, den informellen Austausch oder auch für Meetings zur Verfügung gestellt – von schattigen Terrassen über Grillplätze bis hin zu verschiedenen Sport-Optionen.

 

New-Work-Büros sind so vielseitig wie die Umsetzung der ergonomischen Maßnahmen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ergonomisches Mobiliar, gute Lichtverhältnisse, angenehmes Raumklima und externe Bildschirme sollten Standard sein. Aber auch akustische Zonierung, digitale Ergonomie, also Systeme mit schneller und intuitiver Bedienung, und nicht zuletzt das Berücksichtigen der mentalen Ergonomie in Form einer ansprechenden und lebenswerten Arbeitsumgebung sind wichtige Faktoren, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken und langfristig zu erhalten. Ganz nach dem Motto Die beste Position ist die nächste steht die Einbindung von Bewegungseinheiten in den Arbeitsalltag im Zentrum aller Betrachtungen. Und genau hier unterstützt New Work in besonderer Weise: Durch Abwechslung, unterschiedliche Raumsettings und flexibles Mobiliar.

Ergonomie-Basics:

  • Anpassbarer Drehstuhl für dynamisches freifederndes Sitzen
  • Höhenverstellbare Arbeitstische mit einer Fläche von mindestens 160 x 80 cm
  • Arbeitsplatzbeleuchtung entsprechend der visuellen Anforderungen: 300 – 500 Lux
  • Arbeitsplatz parallel zum Fenster zur Vermeidung von Blendwirkung
  • Externe Geräte wie Bildschirm, Tastatur und Maus
  • Angenehme Raumtemperatur von 20 bis 22 °C

Ergonomie ganzheitlich gedacht:

  • Bewegung statt statischer Arbeit
  • Schnelle Anpassbarkeit und intuitive Bedienung
  • Tätigkeitenbasierte Arbeitsbereiche
  • Digitale Ergonomie
  • Fokus auf gute Akustik und eine reizarme Umgebung
  • Biophilic Design – Pflanzen für mehr Wohlbefinden
  • Mentale Ergonomie: Wertschätzung in puncto Arbeitsumfeld & Unternehmenskultur

 

 

 

YouTube ist deaktiviert
Für die Verwendung von YouTube Videos benötigen wir Ihre Zustimmung. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Vimeo ist deaktiviert
Für die Verwendung von Vimeo Videos benötigen wir Ihre Zustimmung. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Google Maps ist deaktiviert
Für die Verwendung von Google Maps benötigen wir Ihre Zustimmung. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.