Anna Norz - Innenarchitektin und Geschäftsführung Norz Innenarchitektur & Möbeltischlerei
Ergonomie und Ästhetik sind für mich keine Gegensätze – gutes Design entsteht erst dann, wenn beides zusammenspielt. Als Innenarchitektin und Inhaberin einer Tischlerei erlebe ich täglich, dass Möbel über viele Jahre genutzt werden. Sie müssen nicht nur schön aussehen, sondern den Menschen im Alltag unterstützen. Ein ergonomisch durchdachtes Möbelstück verbessert Haltung, Bewegungsabläufe und Wohlbefinden – oft ganz unbemerkt. Gleichzeitig schafft Ästhetik Identifikation und Emotion. Ein Möbel, das funktional perfekt ist, aber optisch nicht anspricht, wird genauso wenig überzeugen wie ein Designobjekt, das im täglichen Gebrauch unpraktisch ist. Gerade durch Möglichkeiten einer individuellen Planung und Fertigung finde ich es sehr wichtig, auf die Langlebigkeit und auch auf die Benutzbarkeit einzugehen und beide Aspekte optimal zu verbinden. Ich denke, das Ziel eines durchdachten Möbels ist es, dass es die Menschen langfristig begleitet – zeitlos gestaltet, hochwertig verarbeitet und so konzipiert, dass es sowohl den Körper als auch das Auge erfreut.
Michael Norz - Physiotherapeut und Yogalehrer
Aus physiotherapeutischer Perspektive ist die Wichtigkeit der Ergonomie zentral. Allerdings spielt die Ästhetik in der Gestaltung von Innenräumen und im Möbelbau für das Wohlbefinden der Menschen ebenso eine zentrale Rolle. Ich kann noch so gut sitzen, wenn ich dann auf hässliche Möbel blicke, macht mich das unentspannt. Beides gegeneinander auszuspielen, greift für mich zu kurz. Ergonomie beschreibt die Gestaltung von Arbeits- und Lebensbedingungen nach den körperlichen und geistigen Bedürfnissen des Menschen. Genau diese sollten immer im Mittelpunkt der Gestaltung der gebauten Umgebung stehen. Eine umgedrehte Obstkiste kann am Streetfood-Stand genau der richtige Sitzplatz sein. Für einen achtstündigen Vortrag wäre sie hingegen eine denkbar schlechte Wahl. Gutes Möbeldesign entsteht meiner Meinung nach dort, wo Ästhetik und Ergonomie nicht konkurrieren, sondern sich im richtigen Verhältnis ergänzen – abgestimmt auf den Nutzungskontext und vor allem auf die Menschen, die mit den Möbeln leben und arbeiten. Denn erst wenn Gestaltung dem Menschen dient, ist das nachhaltig und zeitlos.