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Warum manche Unternehmen fitter als andere sind

Magazin Contact #17

Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein komplexes Thema, das zu einem echten Erfolgsfaktor und einem wichtigen Employer-Branding-Instrument geworden ist. Wohin hier der Trend geht, wo die Schwächen liegen und wie man davon profitieren kann, erzählte uns der Salzburger Sportwissenschaftler und Trainer Michael Mayrhofer im Interview.

Stichwort „Betriebliche Gesundheitsförderung“ – wo geht die Reise hin?
Dieses ™ thema unterliegt einem steten Wandel. Vor 20 Jahren etwa ging es um die reine Unfallverhütung. Später stand ausschließlich die Ergonomie im Fokus. Vor zehn Jahren waren Fitness-Center direkt im Betrieb „in“ – was nur bedingt gefruchtet hat, denn die Nutzung hängt stark vom internen Klima ab. Heute sieht man das ™ ema Gesundheit viel komplexer. Es geht dabei nicht mehr nur um die körperliche, sondern auch um die mentale Fitness und um das Miteinander im Unternehmen.


Das bedeutet?
Betriebliche Gesundheitsvorsorge heute ist die Berücksichtigung dieser Komplexität. Deshalb sollten Angebote geschaffen werden, die Fitness, Mindness und Teamspirit kombinieren. Gerade gestern absolvierte ich mit den Mitarbeitern eines großen Handelsunternehmens folgendes Programm: Ein gemeinsamer Waldlauf am Morgen mit einem LauŠftrainer, gemeinsames Kochen des Teams unter der Leitung eines Profikochs zu Mittag und ein mentales Training am Nachmittag. Dieser holistische Trainingsansatz lässt sich natürlich in jeder beliebigen Konstellation durchführen. Wichtig ist dabei die Qualität des Angebots.


Das heißt, es geht hier immer ums Ganze?
Genau! Und dieses Ganze muss man noch von einem völlig anderen Standpunkt aus betrachten: Es geht heute nicht nur um einzelne Aspekte der Gesundheit, sondern um das ganze Spektrum von körperlichen, mentalen und sozialen Aspekten und auch um die Gesundheit des Unternehmens.


Wie bereit sind die Unternehmen, hierauf einzugehen?
Während in traditionell denkenden Firmen die Fehlzeiten überlasteter Mitarbeiter teuer zu Buche schlagen und der Motivationsverlust ganzer Abteilungen eine ständig steigende Personalfluktuation oder innerliche Kündigungen produziert, haben innovationsorientierte Unternehmen längst den Handlungsbedarf erkannt und entsprechend reagiert. Neben dem klaren internen Nutzen, den gesunde, leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter dem Unternehmen
bringen, geht es in Zeiten wie diesen ja um viel mehr!

Und das wäre?
Es geht darum, sich in der Jagd nach den besten Köpfen Wettbewerbsvorteile
zu verschaffen. Denn gezielte Gesundheitsförderung ist ein effzientes Employer-Branding-Instrument! Sie befeuert zweifelsohne die Arbeitgebermarke und poliert das Image. Ganz wichtig dabei ist, diese Maßnahmen richtig und gut zu kommunizieren – nach innen genauso wie nach außen. Das machen aus meiner Sicht erst sehr wenige wirklich gut.


Aber ist Gesundheitsförderung nicht mitgroßen Kosten verbunden?
Natürlich, das erfordert ein gewisses Budget. Aber wie mein Kunde Christoph Bründl, GeschäŠftsführer von Sport Bründl, so schön sagt: „Ich wäre dumm, wenn ich es nicht täte! Ich muss meinen Mitarbeitern etwas bieten.“ Darum investiert er regelmäßig in Events und Aktionen für alle seine 330 Mitarbeiter. Und die nehmen das Angebot begeistert an. Das gute Betriebsklima und die Zahlen sprechen Bände.

 

Manche Unternehmer sagen, dass einschlägige Angebote nicht immer gut angenommen werden.
Ja, dieses Problem kennen wir auch. Das hängt in erster Linie davon ab, wie die Angebote und Maßnahmen kommuniziert werden. Sie müssen als Akt der Wertschätzung wahrgenommen werden. Wir kennen auch Fälle, in denen die BotschaftŠ in eine völlig falsche Richtung gelaufen ist, worauf die Mitarbeiter so reagieren: „Dafür haben wir also Geld.“


Wie können Sie sich dieses Phänomen erklären?
Das ™Thema Gesundheit ist ein sozialpolitisches ™Thema, das immer noch sehr stark von der Bewusstseinsbildung abhängt. Und in manchen Branchen und Betrieben bedarf es intensiver
Aušfklärungsarbeit. Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns allen.

 

 

Wer mit der Personal Health im Büro gleich loslegen will – hier geht’s zu drei praktischen Übungen von Michael Mayrhofer.

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