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Das schwere Los der guten Präsentation. Schlafen Sie mir jetzt bitte nicht ein...

Magazin Contact #21

Dumm gelaufen: Blockbuster-Regisseur Michael Bay („Transformers“ und „Pearl Harbour“) landete mit einer Präsentation in den Medien, weil er panisch von der Bühne flüchtete, als er seinem eigenen Teleprompter-Text nicht mehr folgen konnte. Doch selbst wenn der Text sitzt, ist das noch lange kein Garant für erfolgreiche Vorträge, Präsentationen und Konferenzen. Es stellt sich die Frage: Mit welchen modernen Präsentationstechniken können Sie das Publikum begeistern?

Alles nur eine Frage des Equipments?

Gehen wir vom Großen zum Kleinen. State of the Art für Kommunikationsräume sind sogenannte Touchscreen Monitore. Mit ihnen lassen sich Inhalte effektiv und anschaulich vermitteln. Zudem kann gemeinsam an Dokumenten gearbeitet werden, erstellte Inhalte lassen sich per Knopfdruck digitalisieren. Für die richtige Wirkung sollten es mindestens 55 Zoll sein. Eine Alternative hierzu sind interaktive Whiteboards. Sie dienen einerseits als digitale Projektionsfläche für Präsentationen oder als elektronisches Flipchart. Zunehmend etablieren sich auch kabellose Präsentationssysteme. Dabei lassen sich Beamer oder Monitore direkt von mobilen Endgeräten wie Notebooks, Tablets oder sogar Smartphones über WLAN-Technologien ansteuern.

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Doch die Technik ist nicht alles! Auf die Visualisierung kommt es an. Ein neuer Weg, das Publikum nicht ins Wachkoma wegdämmern zu lassen, ist das Graphic Recording. Mit diversen Tools – wie z.B. Powtoon – lassen sich Präsentationen mit wenig Aufwand in einen animierten Clip umwandeln. Wer keine Kosten und Mühen scheut, kann sich dafür auch einen Live-Zeichner engagieren, der komplexe Inhalte blitzschnell in bunte Bilder übersetzt.

 

 

Und dennoch kommt es auf die Worte an.

Wie eingangs erwähnt, ist Schweigen nicht immer Gold wert. Die Technik mag stimmen und in die Optik viel Aufwand gesteckt worden sein. Doch wenn der Inhalt das Publikum nicht fesselt, ist alle Mühe vergebens. Erzählen Sie Geschichten! Das Storytelling, eine Erzählmethode, mit der Wissen in Form einer Metapher weitergegeben wird, ist auch in Präsentationen längst angekommen. Betten Sie Ihre relevanten Informationen in eine Geschichte ein, ganz nach dem Motto: Help me and entertain me.

Und: Schüren Sie Emotionen, erobern Sie die Herzen – so wie es schon Ironman alias Tony Stark alias Robert Downey Jr. bei der Präsentation seiner neuen Superwaffe macht. Er appelliert an die Leidenschaft seines Publikums, anstatt es mit Fakten und Zahlen zu lähmen. Diese können sie ohnehin im Handout nachlesen bzw. sind nicht mehr relevant, sobald es ordentlich BUMM gemacht hat und sie Feuer gefangen haben.

 

Das 1 x 1 einer guten Präsentation

Jahrelang galten Power-Point-Präsentationen als guter, sicherer Weg für Vorträge. Jüngste Studien berichten, dass die Folien dumm machen. Denn wer eine Folie sieht, hört nicht mehr zu. Nur dass die Folien nach kurzer Zeit auch ignoriert werden und der Nutzen bzw. Mehrwert des Vortrags binnen weniger Minuten gegen null wandert. Folgende Tipps helfen, diese Gefahr zu bannen – denn nicht jede Präsentation muss automatisch in Verdummung oder im Wachkoma enden:

 

  • Von der Folie ablesen ist absolut tabu – das Publikum beginnt sonst selbst zu lesen und den Sprecher zu ignorieren.
  • Maximale Verweildauer je Folie: 3 Minuten.
  • Kein Fließtext auf Folien – nur Bilder, Grafiken etc.
  • Ausnahme: die letzte Folie, dort können die Key Facts schriftlich wiederholt werden.
  • Zahlen immer in Diagramme einbauen.
  • Ein einheitliches Farbschema einhalten.
  • Geschmacksache: zu Beginn des Vortrags die Agenda durchgehen.
  • Stets dieselbe Animationsart verwenden. Nervöse Hände sollten einen Stift halten, dann sind sie unauffällig beschäftigt.
  • Das Publikum ansehen, im Optimalfall darauf zugehen und es in den Vortrag involvieren.

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