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Intranet 2.0: Die soziale Revolution im Büro?

Magazin Contact #22

„Das moderne Büro ist eine soziale Plattform“ – ein Zitat von Wirtschaftsprofessor Michael Bartz (IMC Fachhochschule Krems), das angesichts jüngster Entwicklungen im Bereich des Intranets eine neue Bedeutung gewinnt.

Das Intranet an sich ist nicht neu und seine Sinnhaftigkeit setzt sich angesichts bestechender Studienergebnisse immer mehr durch. So belegt eine aktuelle Metastudie, dass jeder Mitarbeiter täglich 1,1 Stunden Arbeitszeit mit der Suche nach Informationen vergeudet, die ihm mit einem unternehmensweiten Intranet per Knopfdruck vorliegen würden.*

Mehr Interaktivität, Transparenz und Qualität in der Kommunikation.

Die mögliche Revolution im Intranet-System ist vor allem an einer verstärkten Interaktivität festzumachen, welche die Qualität der Kommunikation steigern soll. Ein Beispiel: „Facebook at Work“ (derzeit in der Beta- Phase mit Großkunden wie Heineken und Royal Bank of Scotland) versucht die Hierarchien eines Unternehmens zu überwinden. Wie beim klassischen Facebook können Interessengruppen gebildet und Beiträge geliked werden. Denn im sozialen Intranet sind alle Teilnehmer gleichwertig – das ist zumindest der Wunschgedanke. Ein weiteres Kriterium ist die Transparenz in der Kommunikation. Informations- und Kommunikationssilos  sollen mit dem sozialen Intranet aufgebrochen werden. Vom Wissen einiger weniger hin zum Wissen aller, der direkte Austausch steht im Fokus – mittels Diskussionsforen, Chats oder eigener Wikis. 

Die Kehrseite der Medaille.

Ein großes Thema ist die Datensicherheit. Wollen Unternehmen ihre interne Kommunikation tatsächlich Produkten von Plattformen wie Facebook, Google und LinkedIn anvertrauen? Auch wenn diese von höchsten Security-Standards sprechen? LinkedIn beispielsweise arbeitet an Diensten, die es ermöglichen, dass sich nur Mitarbeiter desselben Unternehmens untereinander vernetzen und miteinander kommunizieren können. Auch eine gewisse Trägheit der Mitarbeiter könnte der sozialen Revolution im Wege stehen, denn herkömmliche Verhaltensmuster aufzubrechen ist schwierig. Wie schnell können sich Angestellte für die interne Kommunikation von der herkömmlichen E-Mail verabschieden? Oder auch auf Kommando aktiver und digital sozialer werden? Ein weiterer Aspekt ist die Redefreiheit. Kann im Unternehmen – auf allen Ebenen – mit Kritik umgegangen werden? Unabhängig davon sind eigene personelle Ressourcen nötig, um die Foren zu beobachten und im Zweifelsfall steuernd einzugreifen. 

Fazit.

Das soziale Intranet kann eine Revolution im Büro auslösen, muss es aber nicht. Die Technik liefert auf jeden Fall die Voraussetzungen dafür, aber auch ihr Anwender, der Mensch? Das hängt ganz stark von der Unternehmenskultur ab und auch davon, wie das Ganze vorgelebt, unterstützt und umgesetzt wird.

* The Digital Workplace – An Infocentric Research Business Whitepaper

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