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What’s on your desk, Nerma Linsberger?

Magazin Contact #22

Die Wiener Architektin Nerma Linsberger, die sich in den letzten Jahren mit gefördertem Wohnbau einen Namen gemacht hat, ist ganz hoch oben. Ihr Büro befindet sich in einem Wohnhochhaus aus dem Jahr 1957 (Architekt Ladislaus Hruska), nur wenige Schritte vom Matzleinsdorfer Platz entfernt.

Das Liftentree im 19. Stock macht Appetit auf Geschichte. Und tatsächlich: Wo Linsberger heute mit ihren fünf Mitarbeitern Pläne für das Wohnen von morgen zeichnet, befand sich einst ein Panorama-Restaurant mit Rundumblick auf ganz Wien. „Und angeblich gab es hier sehr viele Selbstmorde“, fügt die Architektin hinzu. Ein paar Dutzend Menschen hätten sich in all den Jahrzehnten in die Tiefe gestürzt. „Aber das stört mich nicht. Was für mich einzig zählt, ist die Schönheit der Aussicht. Von hier oben wirkt Wien sogar an einem grauen Wintertag noch lebensfroh.“ Insgesamt arbeitet Nerma Linsberger auf 230 Quadratmetern, verteilt auf zwei Etagen. Unten wird traditionell konzentriert gearbeitet, im Penthouse eine Etage höher befindet sich ein ruhiger Rückzugsraum, der mit knallgrünem Kunstrasen ausgelegt ist. Daneben liegt eine Dachterrasse mit Blick auf die Wiener Innenbezirke. Hier finden im Sommer Partys mit Cevapcici und bosnischer Popmusik aus den Achtzigern statt.

Wojciech Czaja zu Besuch bei Nerma Linsberger

 

1. Ich hatte damals fast kein Geld. Der billigste Spannteppich war grauenvoll, also habe ich beschlossen, mein Büro mit Kunstrasen auszulegen.

2. Kabelsalat. Ja, ich weiß. Das könnte auch anders aussehen, wenn man wollte. Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass ich demnächst umbauen werde. 

3. Licht ist eines der wichtigsten Elemente in meinem Leben. Daher habe ich gleich zwei Lampen am Schreibtisch. 

4. Ohne Aquafix könnte ich nicht arbeiten. 

5. Das sind Fotos meiner beiden Kinder Luka und Laya. 

6. Schwarze Ordner, was sonst! Aber immerhin sind die Ordnerrücken bunt. 

7. Im Sommer kann es hier ganz schön heiß werden. Nachdem ich keine Klimaanlage habe, muss der Ventilator herhalten. 

8. Vor Kurzem habe ich für den Bauträger BWSG das Wohnprojekt „Sakura“ mit 120 Wohnungen in Wien-Floridsdorf fertiggestellt. Das ist ein frühes Arbeitsmodell. 

9. Das ist der alte Globus meiner beiden Kinder. Nächstes Mal nehme ich ihn zu meinen Neffen nach Sarajevo mit. 

10. Hinter dem Vorhang ist mein Abstellraum. Mehr sage ich nicht dazu. 

11. Ich habe einen Personal Trainer, mit dem ich regelmäßig Krafttraining mache. Das hält mich fit und gesund. 

 

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