Magazin Contact #24 - Magazin - Wiesner-Hager - Concept Wiesner-Hager
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What’s on your desk, Markus Spatzier?

Magazin Contact #24

Der Tiroler Modedesigner Markus Spatzier hat ein Faible für Gothic und fürs Gruftige. Das spiegelt sich auch in seiner Mode wider: Die Kleider aus der Manufaktur Herzblut – das Label hat der gelernte Herrenkleidermacher 2010 gegründet – sind gekonnt inszenierte und mittlerweile bis zum Wiener Opernball gereiste Objekte mit schwarzer Spitze, überbordenden Barockornamenten und ziemlich morbidem Pomp.

Die meisten Stoffe und Prints hat er selbst entworfen. Auch am Arbeitsplatz in seiner Boutique in einem jahrhundertealten Haus am Stadtplatz in Schwaz ist so manches Element aus seiner aktuellen Kollektion wiederzufinden. Wir haben den 28-jährigen Modezampano in seiner Werkstatt besucht und ihn gefragt, was es mit den ganzen Kronen, Colliers und schwarzen Engeln auf seinem Schreibtisch auf sich hat. So viel vorweg: Es geht um Atmosphäre und Geschichte.

Wojciech Czaja zu Besuch bei Markus Spatzier

1) Dieses Second-Hand-Stück aus den Sechzigerjahren stammt aus der Direktion der Wirtschaftskammer Inns­bruck. Früher saß hier ein hochrangiger Boss. Heute darf ich mich mit dem schönen Nussholzfurnier begnügen.

2) Nicht ohne meinen Apple-Computer. Hier erblicken meine Prints das Licht der Welt.

3) Büste mit Collier: Hier präsentiere ich meine Schmuckkol­lektion.

4) Die goldene Krone mit schwarzer Kerze war eigentlich als Weihnachtsdeko gedacht. Das Provisorium steht bis heute.

5) Weniger ist mehr? Daran glaube ich nicht. Mehr ist mehr! Dazu zählen ein handgemachtes Teelicht, eine kleine Nähmaschinen-Attrappe, eine Glaskuppel sowie ein großer schwarzer Engel aus Gusseisen.

6) Das ist ein handgeschnitzter Schrank, den ich bei einem Antiquitätenhändler gefunden habe.

7) Bei der Schneiderpuppe handelt es sich um eine Original-Barockbüste mit Barocktaille. Die habe ich in Hall in Tirol in einem Geschäft gefunden.

8) Schwarze Braut und weiße Braut. Weiße Brautkleider sind eh klar. Aber immer häufiger fragen Frauen bei uns auch nach schwarzen Brautkleidern nach.

9) Ursprünglich war das ein klassischer, elektrifizierter Luster. Mir hat das nicht gefallen, also habe ich beschlossen, den Kristallluster mit Kerzen auszustatten.

10) Bei der Fototapete handelt es sich um die Abbildung einer alten Jugendstil-Fabrikhalle aus Frankreich. Mich fasziniert dieser Anblick. Und er sagt auch etwas darüber aus, wel­chen Anspruch ich an Handwerk und Tradition habe.

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