Magazin Contact #27 - Magazin - Wiesner-Hager - Concept Wiesner-Hager
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What’s on your desk, Henry Steiner?

Magazin Contact #27

„Wir arbeiten hier auf drei Stockwerken ohne Lift , und glauben Sie mir, das hält einen fit!“ Henry Steiner erklimmt die Stiegen in den ersten Stock hoch, wo sich sein persönliches Büro befindet, und setzt sich auf einen der beiden schwarzen Stahlrohrstühle. „Was darf ich für Sie tun?“ Der jugendliche Charme des distinguierten, elegant gekleideten 84-Jährigen haut einen um, zumal der in Österreich geborene, im Zweiten Weltkrieg nach New York City emigrierte und schließlich in Hongkong gestrandete Grafiker zu den bedeutendsten und einflussreichsten Grafidesignern der Welt zählt.

Aus seinem in die Jahre gekommenen Büro in der hoch gelegen Conduit Street, einer der besten Adressen der Stadt, entstammen visuelle Identitäten für Firmen, Unternehmen, internationale Konzerne. Zu seinen berühmtesten Entwürfen zählen der IBM-Schriftzug, die Logos von Hilton und Hyatt, das unverwechselbare Unilever-U sowie das seit mehr als 30 Jahren verwendete Logo der Hongkong Shanghai Banking Corporation HSBC. Sogar manch Geldschein, der seit Jahrzehnten im Umlauf ist, wurde hier an diesem Tisch entworfen.

Wojciech Czaja zu Besuch bei Henry Steiner

© Dustin Shum

1. Ich habe keine Ahnung, woher der Tisch stammt. Das ist irgendein ganz normaler Bürotisch. Ich muss gestehen, zu modernen Möbeln habe ich keinen wirklichen Bezug.

2. Die einzige Ausnahme ist der Drehstuhl. Nachdem ich sehr viel sitze, muss der Stuhl bequem und ergonomisch sein.

3. Wie es scheint, arbeiten alle Grafi ker auf Apple-Computern. Ich auch.

4. Der beste Stifthalter aller Zeiten ist immer noch eine leere Konservendose, in diesem Fall eine Dose Macadamianüsse.

5. Ich umgebe mich gerne mit Klassikern und Stahlrohrmöbeln.

6. Es gibt wohl keinen besseren Tisch als den Adjustable Table von Eileen Gray.

7. Ein alter Projekttisch, der mir eines Tages zugeflogen ist. Wenn ich große Flächen zum Arbeiten brauche, wird die Abdeckung einfach zur Seite gerollt.

8. Ich bin ein leidenschaftlicher Sammler. Ich sammle Spielzeuge, Dosen, Flaschen, Muscheln, Eier, Eierbecher, Radios, Ventilatoren, Gummienten, singende Plastikfrösche und so weiter. Ich sammle aus Sentimentalität und Amüsement. Die Dinge machen mich glücklich.

9. Die Skulptur stammt von einem Freund von mir.

10. Das Bücherregal voller Bücher und Gegenstände ist weniger ein Ausdruck von Gemütlichkeit, als vielmehr
von Notwendigkeit. Seit 1999 wohne ich in einem Hotel. Da ist nicht viel Platz. Deswegen landet früher oder später alles hier im Büro.

11. Eine Ode an meine Wahlheimat Hongkong.

 

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