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Shared Offices. Vom privaten zum öffentlichen Raum.

Magazin Contact #30

Strictly private! Für die meisten Unternehmen sind Vertraulichkeit, Privatsphäre und Sicherheit ihrer Gebäude oder Mietobjekte eine Selbstverständlichkeit. Wer will sich schon in die unternehmerischen Karten schauen lassen? Dennoch ist das Dogma der absoluten Abgeschirmtheit von Firmengebäuden und Büroräumen im Begriff aufzubrechen. Immer häufiger bieten Unternehmen und Organisationen „Shared Offices“ an, die eine Teilöffentlichkeit entstehen lassen. Wir zeigen Ihnen anhand dreier Beispiele auf, wie das in der Praxis gelebt werden kann.

Kreative Brutstätten.

 Wenig Raumangebot und hohe Mieten führen immer häufiger dazu, dass sich mehrere Unternehmen partnerschaftlich gemeinsame Office Spaces teilen. Die interne Organisation dazu erfordert ein Zonierungskonzept, das gemeinsam genutzte Flächen wie Working Café, Teeküche oder Meetingräume mit klar zugeordneten Arbeitsbereichen verbindet, sodass jedes Unternehmen auch seine Privatsphäre wahren kann.

Gerade erst hat das niederländische Unternehmen Broeinest seinen vierten Standort in Utrecht eröffnet. Broeinest – zu Deutsch „Brutstätte“ – versteht sich als Crossover-Konzept aus Office, Schauraum, Coworking und Kreativstätte. Broeinest vermietet an Partnerunternehmen, die die Räumlichkeiten gemeinsam nutzen. Und präsentiert sich darüber hinaus auch externen Architekturschaffenden, welche die kreative Brutstätte als Spielwiese für Materialtests, Interieur-Produkte oder Werkzeuge nutzen können.

Ähnlich organisiert ist die Designerwerkschau in München. Als Shared Showroom öffnet sie ihre Pforten für architektur- und designinteressiertes Publikum und veranstaltet eine Reihe von Events in ihren Räumlichkeiten.

 

Coworking Spaces.

 Ursprünglich war der Trend zum Coworking als moderne und kostengünstige Anlaufstelle für Freelancer und Start-ups gedacht: Menschen, die zwar nicht unmittelbar zusammenarbeiten, aber durch den gemeinsamen und inspirierenden Workspace gegenseitige Synergien nutzen können. Dabei bildet sie gleichzeitig eine Community, die wichtige soziale Aufgaben des Miteinanders erfüllt. Dieser Community-Gedanke ist im tschechischen Impact HUB ganz klar spürbar. Das Coworking Center im Herzen von Prag ist seit vielen Jahren eine Anlaufstelle für aufstrebende Start-ups.

Mittlerweile errichten und nutzen immer mehr Unternehmen eigene Coworking Spaces auch innerhalb ihrer Organisation: Sie lassen Mitarbeiter mit externen Freelancern und Crowd-Workern zusammenarbeiten, es werden temporäre Projekt-Teams gebildet und Rückzugsräume für Meetings geschaffen. Kollaboration wird gefördert und spontaner Gedankenaustausch geradezu provoziert! Gestalterisch bieten Coworking Spaces viele Freiheiten: Industrial Style oder Wohnzimmer, Lounge oder Open Space, kreative Landschaft oder urbaner Marktplatz.

 

Foyerbereiche neu gedacht.

Immer häufiger erfahren Foyers und Eingangsbereiche vor allem bei größeren Unternehmensstandorten eine ganz neue Bedeutung. Sie werden „veröffentlicht“ und einem externen Publikum zugänglich gemacht. Aus dem klassischen Empfang wird ein Working Café. Aus dem Empfangstresen eine Bar. Statt „sitzen und warten“ heißt es „sich treffen und arbeiten“. Der „Café Entrance“ ist eine öffentliche Zone – wie öffentlich, das entscheidet jedes Unternehmen für sich. Gäste und Geschäftspartner wie Lieferanten oder Kunden können es sich hier bequem machen, ihre Zeit verbringen und sich auf den nächsten Termin vorbereiten. Manche Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter und öffnen den Eingangs-Barbereich auch für Besucher, die nichts mit dem Unternehmen zu tun haben. Was das bringen soll? Netzwerk- und Markenbildung zum Beispiel. Erweitert um einen Campusbereich wird aus dem Foyer rasch eine vollwertige Eventlocation.

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