Geschichte - Unternehmen - Wiesner-Hager - Concept Wiesner-Hager
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Ein gutes Stück oberösterreichischer Wirtschafts- und Industriegeschichte

1849 wird Wiesner-Hager von Josef Wiesner als Zimmereibetrieb gegründet. Im Jahr 1921 übernehmen Rudolf Wiesner und Sebastian Hager den väterlichen Betrieb, der sich zu dem Zeitpunkt als reiner Zimmerei- und Baubetrieb darstellt. Mit der Umgestaltung eines Teils der Bau- in eine Möbeltischlerei legen die beiden den Grundstein für einen zweiten Unternehmenszweig.

Zu Beginn konzentriert man sich auf einfache Sessel und klappbare Gartenmöbel. Die Sonderanfertigungen wie komplette Schlaf- oder Wohnzimmer werden in der Möbeltischlerei gefertigt.        

Ein erstes Highlight in der Geschichte von Wiesner-Hager ist der Export von Gartenmöbeln nach England in den 20er Jahren. Alles in allem werden Möbel mit einem Gesamterlös von über 300.000 Schilling geliefert. Für einen Betrieb der damaligen Größe eine unglaubliche Zahl. Die Möbel finden sich auch als "deck-chairs" auf Passagierschiffen und in den englischen Kolonien, vor allem in Indien, wieder.

Die 20er und 30er Jahre
1928 arbeiten bereits über 150 Mitarbeiter in der Sesselfertigung. Bis 1930 steigt die Zahl auf 275.

Die Weltwirtschaftskrise setzt 1930 dem Geschäft mit England ein jähes Ende. Die Folgezeit bedeutet für Wiesner-Hager und viele andere eine echte Überlebensfrage. Ab 1935 geht es, langsam aber doch, wieder aufwärts. Es entsteht ein wichtiger Markt: Neue Kinos werden gebaut und eingerichtet. Ein Auftrag aus Linz wird zu einem Meilenstein für Wiesner-Hager: Man gewinnt die Ausschreibung der Einrichtung des Kinos Kolosseum. Dieser Auftrag begründet die lange Tradition in der Ausstattung von Kinos. Noch im Jahr 1935 erlangt man den Zuschlag für ein weiteres Prestigeprojekt: die Bestuhlung des von Prof. Clemens Holzmeister gebauten Festspielhauses in Salzburg. Der große Saal wird mit 1.200 Stühlen ausgestattet.

Die schweren Kriegsjahre und der Wiederaubau
Mit Beginn des 2. Weltkrieges profitiert man zunächst noch als Heereszulieferer. Ab 1939 verschlechtert sich die Situation von Jahr zu Jahr durch eine zunehmende Verknappung an Material und Arbeitskräften. Zu einem überwiegenden Teil sind es Frauen, die den Betrieb zwischen 1940 und 1945 aufrechterhalten, bis er zu Kriegsende für einige Monate endgültig stillgelegt wird.

Allen Widrigkeiten der Nachkriegsjahre zum Trotz erreicht man schon im Jahr 1946 eine beachtliche Produktionsmenge von 129.000 Einheiten (zu einem Teil Sessel, der Anteil an Tischen ist noch eher gering). In den Folgejahren kann der Ausstoß immer weiter gesteigert werden: Im Jahr 1950 überschreitet man die 200.000er Grenze und fünf Jahre später, 1955, produzieren 600 Mitarbeiter bereits über 400.000 Einheiten im Jahr.

Die 60er und 70er Jahre
Zwar verlangsamt sich das Wachstum in den 1960er Jahren gegenüber den Wiederaufbaujahren, Wiesner-Hager kann seinen erfolgreichen Weg jedoch fortsetzen: Jedes Jahr verlassen mehr als 500.000 produzierte Einheiten den Produktionsstandort Altheim und der Betrieb zählt Mitte der Sechziger zu den drei größten Sitzmöbelproduzenten Europas. In Österreich ist man die Nr. 1!    

Profilieren kann sich Wiesner-Hager aber nicht nur mit großen Prestigeprojekten – wie z.B. dem Brucknerhaus Linz, 1973 – sondern auch durch die Entwicklung neuer Produkte. So wird zwischen 1974 und 1977 insgesamt drei Mal der „Sessel des Jahres”, der Staatspreis für Möbel, nach Altheim geholt. Neben der Qualität spielt das Produktdesign immer häufiger eine wichtige Rolle.         

Die Auswirkungen des zweiten Erdölschocks von 1979 führen zu einer Stagnation der österreichischen Wirtschaft und leiten auch für Wiesner-Hager eine schwierige Phase des Abschwungs und der Konsolidierung ein. Die Generalisten-Strategie der 60er und 70er stößt an ihre Grenzen.

Eine neue Ära beginnt
1984 kennzeichnet mit dem Eintritt von Markus Wiesner, dem Sohn von Rudolf Wiesner, den Beginn der strategischen Neuausrichtung der Wiesner-Hager Möbelsparte. Wichtige Entscheidungen läuten eine Phase der Umstrukturierung und Effizienzsteigerung ein. Aus den Geschäftsfeldern Wohnen, Kino, Theater und Gastronomie zieht man sich zurück. Die volle Konzentration gilt nun der Büro- und Objektausstattung.  

Damit schafft man die Voraussetzungen, international zu agieren, was als klares Ziel definiert wird. Ab den 1990er Jahren wird die systematische Internationalisierung vorangetrieben: Mit eigenen Vertriebsgesellschaften in wichtigen europäischen Ländern und Lizenzpartnerschaften in Japan und in den USA. 1995 wird neben dem Hauptstandort Altheim ein Produktionswerk in Tschechien errichtet. 

Wiesner-Hager im neuen Jahrtausend
Den großen Veränderungen in der Arbeitswelt und den enormen Umwälzungen in der Büro- und Objektbranche Rechnung tragend, wird das Möbelangebot seit den Nullerjahren um die Dienstleistungen Office Consulting und Innenarchitektur erweitert: Konzeptorientierung wird zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Mit einer Exportquote von 50 % zählt Wiesner-Hager heute zu den renommiertesten Unternehmen der Möbelbranche in Europa.

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